Interessengruppe für den Erhalt des
dörflichen Charakters in Wilstedt


Biogas

Die Reißleine bei Biogas ziehen!

Der NABU Niedersachsen fordert einen Baustopp für Biogasanlagen. Zukünftige Neubauten sollten nur im Rahmen einer vorliegenden Regionalplanung genehmigt werden, sofern eine 12-Monatskapazität zur Gärrestelagerung vorhanden ist. Der NABU Niedersachsen legte zudem 'Grundsätze für eine naturverträgliche Produktion' zum Schutz von Boden, Wasser und Grundwasser vor.

„Wir müssen in Niedersachsen die Reißleine ziehen, denn wir haben kein zweites Niedersachsen im Kofferraum. Die Vermaisung unserer Landschaft durch Anbau von Mais zur Futtergewinnung und für Biogasanlagen nimmt dramatisch zu“, erklärte Bioenergieexperte Uwe Baumert vom NABU Niedersachsen. Das Multitalent Biogas mit - Kraft, Wärme, Beweglichkeit und Speicherung - erfordere eine sensible Umsetzung.

In einzelnen niedersächsischen Regionen beansprucht Mais mehr als 50 Prozent der Ackerfläche, ein Ende ist nicht abzusehen und auch der Regenwurm wird verdrängt. „Die Produktivität des Regenwurms ist für die Zukunft unserer Gesellschaft wichtiger als die Produktivität der größten Bank“, bilanzierte der NABU-Experte und liefert auch gleich die Begründung: „Regenwürmer meiden Mais, weil Futter aus organischem Zersetzungsmaterial fehlt, damit ist die Bodenfruchtbarkeit in vielen Regionen gefährdet“.

Eine Gärresteausbringung in wachstumsarmer Zeit verschärft die Lage zusätzlich. Eine 12-monatige Lagerkapazität, derzeitig nur sechs Monate, müsse Pflicht werden. Dies erlaube dann auch diesen wertvollen Wirtschaftsdünger gezielter zum Zeitpunkt des Pflanzenwachstums auszubringen, betonte Bioenergieexperte Uwe Baumert.

NABU-Experte Baumert weiter: „Es ist eine Denkpause erforderlich. Die Akzeptanz von Bioenergie sowie unsere Böden sind gefährdet und damit auch die Existenzgrundlage unserer Landwirtschaft, Ernährung und Gesellschaft. Finanzmittel sind bei EU-Mitteln und Umschichtungen im Agrar-Investitions-Programm vorhanden“. Weiter warb Baumert für die NABU-Grundsatzforderung 'Bioenergie und Biogasanlagen müssen ein kleiner mittelständischer Bereich in der Region für die Region bleiben. Mit den Menschen vor Ort sprechen, sie einbeziehen und gemeinsame Modelle entwickeln'.

Die vom NABU beschriebenen Problematik und die Nachteile der Biogas-Anlagen sind auch in der Samtgemeinde Tarmstedt zu beobachten. In der SG Tarmstedt sind inzwischen 8-9 Anlagen in Planung, Bau oder Betrieb. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Fläche wird für Maisanbau genutzt.

Natürlich Wilstedt schließt sich deswegen der Auffassung des NABU an und fordert, dass weitere Anlagen in der Samtgemeinde Tarmstedt nicht ohne eine regional abgestimmte und naturverträgliche Gesamtplanung zugelassen werden.

Download PDF: nabu-grundsaetze_biogas_stand_08_februar_2010.pdf

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